Was will der Künstler? Kontakt schaffen, eine Beziehung zum Betrachter herstellen, ihm Lust auf „mehr“ machen, ihn einem Wechselspiel von Sehen, Fühlen und Denken aussetzen, ihm Spuren weisen, die ihn vielleicht erkennen lassen, dass Formen und Farben nicht willkürlich gesetzt sind, dass sie kein reiner Selbstzweck sind, ihn das Thema, dass der Künstler in dem ihm eigenen Temperament variiert, erkennen lassen. Was erhofft sich der Künstler? Dass man ihm Zeit lassen möge. Zeit und einen freien Kopf, damit die Gedanken sich dem Gegenüber mitteilen können. Was fürchtet der Künstler? Dass er, wenn er sich in den Wald begibt, die Begegnung mit dem Wolf fürchten könnte! Mit der Furcht beginnt die Sklaverei. Wenn mir die Kommunikation mit meiner Malerei gelingt, wenn ich über die Malerei mit den Betrachtern in den Dialog treten kann, freue ich mich und fasse Mut, weiter zu arbeiten. Wenn es gelingt, am Ende eines Arbeitsprozesses – und die Kunst ist, laut Gorki, ebenso wie die Wissenschaft in erster Linie ein Arbeitsprozess, ein technischer Prozess- ein für mich und den Betrachter verständliches Ergebnis zu erzielen, dann beginne ich gerne einen neuen Prozess. Immer wieder. Wenn es gelingt, ein wenig vom Sein und nicht nur vom Können zu vermitteln, ist viel erreicht. |